Lali Puna - Two Windows
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Die Welt hat sich rasant verändert, seit Lali Puna 2010 mit Our Inventions (MORR 098CD/LP) auf den Plan traten, eine Tatsache, die sich auch im fünften Album der Band, Two Windows, widerspiegelt. Über fast zwei Jahre hinweg geschrieben und produziert, stellen sich diese zwölf neuen Songs musikalisch wie textlich diesen Veränderungen frontal entgegen. Songwriterin und Sängerin Valerie Trebeljahr und die langjährigen Bandmitglieder Christian "Taison" Heid und Christoph Brandner – Two Windows ist das erste Album, das nach Markus Achers Ausscheiden aus der Band aufgenommen wurde – entschieden sich für einen Dancefloor-freundlicheren Sound, ohne dabei die im Lali Puna-Sound verwurzelten Pop-Sentiments zu vernachlässigen. Angelehnt an einen Musikstil, der von Künstlern wie Caribou, Ada oder sogar Mount Kimbie angeführt wird, klingt Two Windows üppig und fokussiert und balanciert die emotionalen Qualitäten von Trebeljahrs Songwriting mit energiegeladenen Rhythmen. Eine Tour in Südkorea entfachte Trebeljahrs Drang, Musik zu machen, neu, nachdem sie sich auf ihre Karriere als Journalistin sowie auf ihre Familie konzentriert hatte. Während sie hauptsächlich mit Heiß an neuem Material arbeitete, suchte Trebeljahr auch nach Kollaborationen: Keith Tenniswood (Two Lone Swordsmen) steuert als Radioactive Man bei; Dntel, aka Jimmy Tamborello, ist zu hören; die Harfenistin und Ghostly International-Alumna Mary Lattimore und die experimentelle Künstlerin Midori Hirano (MimiCof) treten ebenfalls auf. Während Two Windows somit teilweise ein Gemeinschaftswerk ist, ist es in erster Linie ein Album über Emanzipation und einen Neuanfang für Lali Puna. Das Album erkundet Themen wie persönliche Freiheit, die Präsenz von Überwachungstechnologien in unserem Leben und die fortschreitende Gentrifizierung städtischer Zentren. Two Windows ist jedoch kein explizit politisches Album. Tatsächlich erlauben Trebeljahrs Texte, ähnlich einem Fenster, ihren Zuhörern immer, Dinge von zwei Seiten zu betrachten. Während sie Probleme betonen, fühlen sie auch mit denen mit, die sich damit abfinden müssen. Trebeljahr ist nicht gekommen, um zu predigen, sondern möchte emotionale Verbindungen knüpfen. Musikalisch spiegeln sich die lyrischen Feinheiten in einem klar definierten Sound wider, der auch gerne mal aufrüttelt. Ein altes Kings Of Leon-Stück geschlechtergerecht umzudeuten, um ein großartiges Musikstück in einem völlig anderen Kontext zu präsentieren? Das würde man vielleicht nicht auf einer Lali Puna-Platte erwarten, aber wie Trebeljahr selbst in "Wonderland" singt: "Cause all things will change / Cause all things must change". Two Windows, ein Album über Emanzipation, präsentiert den Lali Puna-Sound in einem anderen Licht als zuvor. Glänzendes Artwork und bedruckte Innenhülle.